Die konservative Wirbelsäulenbehandlung wird auch in der Pandemie gebraucht


Herzogenaurach – Eine in der Abteilung für Akut-Orthopädie durchgeführte Studie der m&i-Fachklinik Herzogenaurach unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Kladnyund Dr. phil. Ingo Haaseuntersucht den Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die stationäre Versorgung von Patient:innen mit Wirbelsäulenerkrankungen, die konservativ und nicht operativ versorgt werden. Hierbei wurde ein Rückgang von 901 auf 711 stationär aufgenommenen Wirbelsäulenpatient:innen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Während die Verbesserungen der Beschwerden in beiden Jahren beinahe identisch blieben, zeigt sich bei der Hauptdiagnosen bei Einweisung eine Verschiebung von eher chronischen hin zu eher akuten Erkrankungen.

Der größte Belegungsrückgang in der Akut-Orthopädie ist jeweils in den Monaten April und Dezember 2020 zu verzeichnen, den Höhepunkten der ersten und zweiten Coronawelle. Auch die Zahl der Behandlungstage reduzierte sich im Jahr 2020, und zwar um 25%. „Die Gründe für die Abnahme bedürfen sicher einer eingehenden Analyse. Fest steht, dass Patienten verunsichert waren und Angst vor Ansteckung in Praxen und Kliniken hatten“, so Kladny und Haase.

Für die Studie wurden unterschiedliche Datensätze aus dem Zeitraum vom 16. März bis zum 31. Dezember 2019 (vor der Pandemie) und 16. März bis zum 31. Dezember 2020 (Coronapandemie) verglichen. Die untersuchten Patient:innen erhielten in beiden Zeiträumen ein unverändertes Behandlungsprogramm mit interventionellen Verfahren, medikamentöser Therapie, physiotherapeutischer Maßnahmen und bei Bedarf psychologische Diagnostik und Therapie.

Hauptdiagnosen verändern sich, Verbesserung der Beschwerden praktisch identisch

Als weitere Erkenntnis der Studie geht hervor, dass sich die Hauptdiagnose und die körperliche Funktionsfähigkeit bei der Aufnahme signifikant verändert hat. 2020 standen vor allem lumbale und sonstige Bandscheibenschäden im Vordergrund, dafür weniger Deformitäten oder Verschleiß der Wirbelsäule.

Die Verschiebung weg von den eher chronischen hin zu den eher akuten Wirbelsäulenerkrankungen ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass neu auftretende starke Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und Selbstversorgung eher zu Arztbesuchen führte, als eine Verschlechterung chronischer Wirbelsäulenerkrankungen.

Die Behandlungsergebnisse in den Zielbereichen Schmerzreduktion, Verringerung der Aktivitätsbeeinträchtigung und der psycho-sozialen Beeinträchtigung sowie der Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit zeigen sich in beiden Jahren als nahezu identisch, die global beurteilte Besserung der Beschwerden ebenso.

Diese Erkenntnisse und der relativ geringe Rückgang der Fallzahlen von 21%  zeigen die Wichtigkeit der Behandlung von Rückenschmerzen in der Akut-Orthopädie. „Dieses Angebot war also fester Bestandteil der Patientenversorgung auch unter Pandemiebedingungen“, stellen Kladny und Haase abschließend fest.

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