25 Jahre Innere Medizin – Nephrologie / Transplantationsnachsorge


 Bad Heilbrunn – Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, besuchte am 21. Januar 2026 die m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn. Anlass für den Besuch war das 25-jährige Bestehen der Abteilung für Innere Medizin – Nephrologie / Transplantationsnachsorge. Staatsministerin Gerlach hat sich insbesondere über die Situation der Patienten auf der Warteliste für eine Nierentransplantation und deren Nachsorge informiert.


Die m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn zählt mit ihrem einmaligen Behandlungsspektrum zu den führenden Fachkliniken für Spezialisierte Akutmedizin und Medizinische Rehabilitation in Deutschland. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Orthopädie, Neurologie und Innere Medizin mit den Abteilungen Diabetologie und Nephrologie / Transplantationsnachsorge. So vereint die m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn hochspezialisierte medizinische Schwerpunkte unter einem Dach, was eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht.

In der Abteilung Nephrologie / Transplantationsnachsorge werden stationäre Rehabilitationen nach Organtransplantation unmittelbar nach dem operativen Eingriff sowie im Rahmen der strukturierten Langzeitnachsorge durchgeführt. In den vergangenen Jahren wurde das Behandlungsspektrum gezielt erweitert: Die Fachklinik bietet heute Rehabilitationen für Nierenspender, für Dialysepatienten, für Patienten auf der Warteliste zur Nierentransplantation und für Patienten mit noch nicht terminaler Nierenkrankheit an. Ziel ist es, Patienten in jeder Phase der Erkrankung medizinisch stabil zu begleiten und ihre Lebensqualität zu sichern.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betonte: „Transplantationsmedizin ist nicht nur Hochleistungsmedizin, sondern immer auch eine zutiefst menschliche Aufgabe. Genau das spürt man hier an der m&i Fachklinik Bad Heilbrunn besonders. Hier werden die Patienten vor und nach einer Nierentransplantation - und damit vor und nach einem lebensverändernden Eingriff begleitet. Bayerns Gesundheitsministerium hat gern die beiden Pilotprojekte ‚Fit für Nierentransplantation‘ und ‚Smart und fit für Nierentransplantation‘ mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert. Darüber hinaus setze ich mich in Berlin klar für eine Änderung des derzeitigen Transplantationsrechts auf Bundesebene und die Einführung der Widerspruchslösung ein. Denn diese Regelung bietet die Chance, dass mehr Menschen ein lebensrettendes Spenderorgan erhalten.“
 

Patienten auf der Warteliste: lange Wartezeiten, hohe Belastung

Patienten warten in Deutschland durchschnittlich acht bis zehn Jahre auf eine Nierentransplantation. Während dieser Zeit verschlechtert sich bei vielen Betroffenen der allgemeine Gesundheitszustand. Ursachen sind u.a. die dauerhafte Dialysebehandlung, eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. „Untersuchungen zeigen, dass ein Teil der Patienten im Verlauf der Wartezeit an Belastbarkeit verliert oder aufgrund zunehmender Begleiterkrankungen nicht mehr transplantabel ist oder die Transplantation nicht mehr erlebt“, erklärte Dr. Doris Gerbig, Chefärztin der Abteilung. „Unser Ziel ist es, die Patienten mit einem prähabilitativen Ansatz möglichst stabil, belastbar und transplantabel zu halten“, so Dr. Gerbig weiter.

 
„Fit für die Nierentransplantation“: Strukturierte Vorbereitung auf die Transplantation

Die Abteilung hat gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Erlangen unter Prof. Dr. Mario Schiffer, Direktor der Nephrologischen Klinik und des Transplantationszentrums sowie „President elect“ der Deutschen Transplantationsgesellschaft, ein spezielles Rehabilitationsprogramm für Patienten auf der Warteliste entwickelt. Dieses Programm verbindet abgestimmte Bewegungs- und Ernährungskonzepte mit intensiver medizinischer Betreuung, psychosozialer Unterstützung und stationärer nephrologischer Rehabilitationen.

Die wissenschaftliche Begleitung des vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention geförderten Projekts zeige, so Prof. Schiffer, dass v.a. Patienten, die eine strukturierte Rehabilitation während ihrer Zeit auf der Warteliste bis zur Nierentransplantation durchlaufen, ihre körperliche Leistungsfähigkeit, Balance und Selbstständigkeit verbessern können. Gleichzeitig lassen sich Risikofaktoren wie Frailty (Gebrechlichkeit) und eine ungünstige Körperzusammensetzung reduzieren, was die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transplantation verbessert.
 

Nach der Transplantation: Langfristige Stabilität im Fokus

Auch nach einer erfolgreichen Nierentransplantation besteht weiterhin ein hoher Bedarf an spezialisierter Nachsorge. In den ersten Wochen nach dem operativen Eingriff ebenso wie im Langzeitverlauf sind eine engmaschige medizinische Kontrolle, die Anpassung der immunsuppressiven Therapie sowie die Stabilisierung körperlicher und psychischer Ressourcen entscheidend für den Erhalt der Transplantatfunktion.
 

Interdisziplinärer Ansatz als Erfolgsfaktor

Die Behandlung in der Abteilung Nephrologie / Transplantationsnachsorge folgt einem multimodalen, interdisziplinären Konzept. Medizinische Betreuung, Pflege, Physio- und Sporttherapie, Ernährungsberatung, psychologische Angebote, Schulungen und soziale Beratung greifen dabei eng ineinander und werden auf den jeweiligen Patienten abgestimmt. 

 
25 Jahre Verantwortung und Weiterentwicklung

Mit dem Jubiläum blickt die Abteilung auf 25 Jahre spezialisierte Versorgung nierenkranker Patienten zurück und zeigt zugleich auch deutlich, dass die Anforderungen in der Transplantationsmedizin in Anbetracht des Mangels an Organspenden in Deutschland weiter zunehmen. Der Bedarf an qualifizierter Rehabilitation, an stabilen Versorgungsstrukturen und an einer engen Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg bleibt hoch. „25 Jahre Nephrologie und Transplantationsnachsorge stehen für medizinische Kontinuität, fachliche Weiterentwicklung und ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber unseren Patienten“, betont Etzel Walle, Geschäftsführer der m&i-Klinikgruppe Enzensberg. Schon deshalb sei es von großer Bedeutung, den sektorenübergreifenden Behandlungspfad „Fit für die Nierentransplantation“ in die medizinische Regelversorgung aufzunehmen, so Walle. Damit wären die Patienten auch finanziell abgesichert.