28. Oktober 2026
m&i-Fachklinik Herzogenaurach
DGOU-Preis zur Förderung der Rehabilitationsforschung 2026 geht an Charité-Studie zur Prähabilitation bei gebrechlichen Hüftpatienten

Mit 5.000 Euro dotierte und von der m&i-Klinikgruppe Enzensberg gestiftete Auszeichnung beim DKOU 2026 in Berlin verliehen
Berlin/Hopfen am See – Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hat Priv.-Doz. Dr. med. Henryk Haffer vom Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin mit dem Preis zur Förderung der Rehabilitationsforschung 2026 ausgezeichnet. Der von der m&i-Klinikgruppe Enzensberg gestiftete und mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin überreicht.
Die prämierte Arbeit „Prehabilitation in Primary Total Hip Arthroplasty Patients with Frailty – A Multicenter Randomized Clinical Trial“ befasst sich mit einer wachsenden Patientengruppe: älteren, gebrechlichen Menschen, die ein künstliches Hüftgelenk benötigen. In der an fünf Zentren randomisierten Studie wurden 106 Patientinnen und Patienten ab 70 Jahren mit Frailty (Gebrechlichkeit) oder Pre-Frailty (Vorstufe der Gebrechlichkeit) untersucht. Die Hälfte erhielt vor der Operation ein dreiwöchiges, individuell zugeschnittenes Prähabilitationsprogramm mit Kraft- und Ausdauertraining, Gleichgewichtsübungen, Ernährungsberatung und psychosozialer Unterstützung, geplant in einer interdisziplinären Fallkonferenz. Die Kontrollgruppe wurde nach dem üblichen Behandlungspfad einschließlich Rehabilitation versorgt.
Nach zwölf Monaten zeigten sich zwischen beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Hüftfunktion, der Schmerzen und der Lebensqualität. Bemerkenswert ist jedoch ein anderes Ergebnis: In beiden Gruppen verbesserten sich Funktion, Mobilität und Lebensqualität deutlich. Der künstliche Hüftgelenkersatz erweist sich bei gebrechlichen älteren Menschen auch ohne Prähabilitation, aber mit entsprechender Nachbehandlung als wirksame und sichere Behandlung.
Nach Angaben der Autoren ist die Studie die bislang größte randomisierte Untersuchung zu diesem Thema. Sie liefert belastbare Evidenz für die Weiterentwicklung präoperativer Versorgungskonzepte und den gezielten Einsatz von Ressourcen in der Versorgung älterer Patientinnen und Patienten.
„Die Arbeit zeigt, wie wertvoll methodisch saubere Studien auch dann sind, wenn sie keinen Vorteil einer Intervention belegen. Und sie bestätigt, dass wir gebrechlichen Patienten einen Gelenkersatz nicht vorenthalten sollten“, sagt Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Chefarzt der m&i-Fachklinik Herzogenaurach und Generalsekretär DGOU e.V. und DGOOC e.V..


